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Posts mit dem Label "Geschichte" werden angezeigt.

Die Neapolitanische Pizza: Kultur, Tradition und Präzision

  Die Neapolitanische Pizza: Kultur, Tradition und Präzision Pizza ist nicht gleich Pizza. Die Neapolitanische Pizza ist ein komplexes kulturelles Phänomen mit tiefen historischen Wurzeln, präzisen Herstellungsmethoden und einer weltweit anerkannten Authentizität.Über dieses Thema könnte ich stundenlang mit Giovanni sprechen.  Giovanni Esposito, lebt in Karlsruhe,  ist aber durch und durch ein waschechter Neapolitaner. Er sagt:"Es gibt nur eine echte Pizza, und die kommt aus bella Napoli." Dieser Artikel analysiert die wissenschaftlichen, historischen und kulturellen Dimensionen dieses traditionsreichen Gerichts. Historische Entwicklung Ursprünge der Pizza Die Entstehung der Pizza lässt sich bis in das 6. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgen, als griechische Siedler in Neapel Flatbread mit verschiedenen Belägen konsumierten. Die moderne Form der Neapolitanischen Pizza entwickelte sich jedoch erst im 18. und 19. Jahrhundert. Entscheidende historische Momente: 1734: ...

Kirche Santa Luciella ai Librai und der Schädel mit Ohren – Legende, heutige Nutzung, Restaurierung

  Kirche Santa Luciella ai Librai und der Schädel mit Ohren – Legende, heutige Nutzung, Restaurierung Wer durch die engen Gassen von Neapel schlendert, stößt fast zwangsläufig auf die kleine, unscheinbare Kirche Santa Luciella ai Librai . Auf den ersten Blick wirkt sie schlicht, fast ein bisschen verloren zwischen Buchläden, Cafés und dem ständigen Murmeln der Stadt. Doch hinter ihren Türen wartet eine der skurrilsten Geschichten Neapels: der Schädel mit Ohren . Die Legende des Schädels mit Ohren Die Geschichte klingt zunächst wie ein Grusel-Märchen. Im 17. Jahrhundert begannen die Neapolitaner, Totenschädel zu sammeln, die im Volksglauben besondere Kräfte hatten. Einer davon, bekannt als „Il Teschio con le Orecchie“, also der Schädel mit Ohren, soll verfluchte oder unruhige Seelen beruhigen können. Man sagt, die Ohren des Schädels seien ein Symbol für das Zuhören – für Gott, die Toten, und vielleicht auch für uns Lebenden. Wenn man so will, war er eine Art frühes „Therapieinst...

Napoli im 17./18. Jahrhundert: Plagen, Seuchen und ihre Auswirkungen auf Stadtentwicklung und Bevölkerung

  Napoli im 17./18. Jahrhundert: Plagen, Seuchen und ihre Auswirkungen auf Stadtentwicklung und Bevölkerung Neapel – damals noch Napoli genannt – war im 17. und 18. Jahrhundert eine der größten Städte Europas. Mit bis zu 400.000 Einwohnern Mitte des 17. Jahrhunderts lag sie in einer Liga mit Paris, London oder Konstantinopel. Eine vibrierende Metropole, aber auch eine überfüllte. Eng bebaute Gassen, kaum Frischwasser, offene Abwasserkanäle, fehlende Hygiene. Klingt nach einer Einladung für Krankheiten. Und genau das war es. Die Stadt war mehrfach von Epidemien getroffen, allen voran von der Pest von 1656. Diese Katastrophe prägte nicht nur die Bevölkerungszahlen, sondern auch die Stadtentwicklung, soziale Strukturen und sogar die Architektur. Die Pest von 1656 – ein Schlag ins Herz der Stadt Im Frühjahr 1656 erreichte die Pest Neapel. Vermutlich eingeschleppt aus Sardinien oder Spanien, wo ähnliche Ausbrüche wüteten. Was folgte, war apokalyptisch: Innerhalb weniger Monate sta...

Neapel: Fontanelle-Friedhof

  Neapel: Fontanelle-Friedhof  Neapel ist laut, chaotisch, lebendig – und überraschend makaber. Unter der Stadt verbirgt sich ein Ort, der das auf den ersten Blick bestätigt: der Fontanelle-Friedhof . In kilometerlangen unterirdischen Gängen stapeln sich dort Tausende Schädel und Knochen. Keine Museumsausstellung, kein morbides Kunstprojekt – sondern Teil eines jahrhundertealten Volkskults: dem Kult der Pezzentelle . Hier treffen Geschichte, Aberglaube und Volksreligion aufeinander. Wer die Türen des Friedhofs öffnet, betritt eine Welt zwischen Leben und Tod, zwischen Ritualen und menschlicher Nähe. Wo liegt der Fontanelle-Friedhof? Der Friedhof liegt im Stadtteil Materdei , nördlich des historischen Zentrums von Neapel, gut fünf Kilometer vom Dom entfernt. Er ist leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar, aber nicht ausgeschildert wie ein klassisches Touristenziel. Das trägt zur mystischen Atmosphäre bei. Die Anlage erstreckt sich unter der Erde über mehrere hu...

Crypta Neapolitana – Geschichte, Ausbau, heutiger Zustand

  Crypta Neapolitana – Geschichte, Ausbau, heutiger Zustand Die Crypta Neapolitana ist weit mehr als nur ein alter Tunnel in Neapel. Sie ist ein Zeugnis der Ingenieurskunst vergangener Jahrhunderte, ein Stück städtischer Geschichte, das bis heute fasziniert. Wer heute durch diesen knapp 700 Meter langen Gang geht, spürt förmlich die Schichten von Geschichte über sich. Aber fangen wir von vorne an. Geschichte Die Crypta Neapolitana entstand in der römischen Antike, vermutlich im 1. Jahrhundert v. Chr., zur Zeit, als Neapel noch Neapolis hieß. Ursprünglich diente sie als militärischer und wirtschaftlicher Verbindungskanal zwischen dem Stadtzentrum und den westlichen Vororten, insbesondere Fuorigrotta. Man vermutet, dass die Römer diesen Tunnel aus strategischen Gründen gebaut haben: schnelle Truppenbewegungen und sichere Transportwege waren essenziell. Der Name „Crypta Neapolitana“ taucht allerdings erst viel später auf. Im Mittelalter diente der Tunnel zeitweise als Fluchtweg bei Be...

Steckbrief: Kleine Inseln bei Neapel (ausführlich)

  Steckbrief: Kleine Inseln bei Neapel Wer an die Region Kampanien denkt, hat sofort den Vesuv, die Amalfiküste oder Neapel selbst vor Augen. Aber im Golf von Neapel und etwas darüber hinaus liegen mehrere kleine Inseln, die oft im Schatten der großen Namen wie Capri oder Ischia stehen. Gerade diese „Nebenfiguren“ sind spannend. Keine überfüllten Instagram-Hotspots, sondern Orte mit Ecken, Kanten und Geschichte. Ein Steckbrief mit Fakten, Zahlen, praktischen Infos und Hintergründen. Procida – klein, bunt, unterschätzt Größe: ca. 4 km² Einwohner: rund 10.500 Höchster Punkt: Monte Di Procida, 91 m ü. M. Bekannt für: pastellfarbene Häuserfronten in Marina Corricella, literarische Schauplätze (Elsa Morante: „Arturo’s Insel“) Entfernung von Neapel: 10 km, etwa 40 Minuten mit der Fähre, 20 Minuten mit dem Tragflügelboot Fähren: Abfahrt Molo Beverello, Fährgesellschaften: Caremar, SNAV; Preise: ca. 8–10 € einfache Fahrt (Fähre), 15–20 € Tragflügelboot Unterkunft: kleine Hotels, Bed...

Ercolano – das antike Herculaneum erleben

  Ercolano – das antike Herculaneum erleben Steckbrief Ort: Ercolano, Region Kampanien, Italien Gründung: mutmaßlich im 6. Jh. v. Chr. (oskanisch-samnitisch, später römisch) Untergang: 79 n. Chr. durch den Ausbruch des Vesuvs Besonderheit: durch pyroklastische Ströme meterhoch bedeckt – Gebäude, Holz, Schriftrollen und sogar Speisereste sind erhalten geblieben Heutige Ausgrabungsfläche: ca. 4 Hektar Geschichte in Kürze Herculaneum war keine Megacity wie Pompeji, sondern eine wohlhabende Küstenstadt. Villen mit Meerblick, bunte Fresken, feine Mosaike – das Leben hier war deutlich mondäner. Dann kam der 24. August 79 n. Chr. Der Vesuv spuckte erst Asche über Pompeji, später aber rasten heiße Gas- und Schlammwellen Richtung Herculaneum. Innerhalb weniger Minuten war alles verschüttet. Das Tragische: Lange dachte man, die Bewohner seien rechtzeitig geflohen. Erst in den 1980ern fand man Hunderte Skelette am antiken Strand. Menschen, die wohl in letzter Sekund...